Mikrobiologie

Allgemeine Hinweise zur Präanalytik

  • Probenahme vor Beginn einer antibiotischen Therapie, da es sonst zu falsch negativen Ergebnissen kommen kann. Sollte dies nicht möglich sein, vermerken Sie bitte das verabreichte Anti­biotikum sowie die Dauer der Therapie auf dem Überweisungsschein.
  • Probenahme gezielt vom Infektionsort.
  • Kontamination der Probe mit der physiologischen Flora durch vorherige Reinigung bzw. Desinfektion der Entnahmestelle vermeiden.
  • Probenvolumina in ausreichender Menge gewinnen.
  • Eindeutige Probenidentifikation durch Beschriften der Probe.
  • Angabe zusätzlicher Informationen auf dem Überweisungsschein, wie Art des Materials, Entnahmestelle, Entnahmezeitpunkt, gewünschte Untersuchung, klinische (Verdachts-)Diagnose, Grunderkrankung (z. B. Karzinomerkrankung, Immunsuppression), Reiseanamnese und ggf. vorausgegangene antimikrobielle Therapie.
  • Kurze Probenlagerung und schnellstmöglicher Transport ins Labor.

Lagerung der Materialien bis zur Abholung

Lagerung im Kühlschrank Lagerung bei Raumtemperatur Lagerung bei 37 °C
 Bronchiallavage (BAL)  Abstriche  Liquor
Bronchial-/Trachealsekret  Bioptate Urin-Nährbodenträger
 Ejakulat  Blutkulturen  
 Urin  Gewebe  
 Sputum  Katheterspitzen  
 Stuhl  Punktate  
 Mykoplasmentransportmedium    

Untersuchungsmaterialien und Probengewinnung

Urin

Bitte vermerken Sie auf dem Überweisungsschein, wenn der Urin durch Blasenpunktion oder Einmal-Katheterisierung gewonnen wurde, da in diesen Fällen andere Kriterien für die quantitative Beurteilung gelten. Der Urin sollte möglichst vor Beginn einer antibakteriellen Chemotherapie gewonnen werden.

Mittelstrahlurin

Am besten geeignet ist der erste Morgenurin. Idealerweise sollten zwischen Uringewinnung und letzter Miktion 3 – 5 Stunden liegen, um eine korrekte Keimzahl zu ermitteln.

Bei der Frau
  • Hände sorgfältig mit Seife waschen und trocknen.
  • Äußere Genitale gründlich mit Wasser (ohne Seife) waschen.
  • Nach Spreizen der Labien Urethralmündung und Umgebung mit einem feuchten sterilen Tupfer von vorn nach hinten abwischen und mit dem 2. Tupfer trocknen
  • Labien gespreizt halten und den ersten Teil der Blasenfüllung ins WC ablaufen lassen.
  • Ohne den Harnstrahl zu unterbrechen 10 – 20 mL Urin in einem sterilen Gefäß auffangen; letzte Portion wieder ins WC ablaufen lassen.
  • Urin aus dem sterilen Gefäß in eine Urinmonovette umfüllen und beschriften.
Beim Mann
  • Hände sorgfältig mit Seife waschen und trocknen.
  • Vorhaut vollständig zurückziehen und Glans penis mit einem Tupfer und Wasser (ohne Seife) reinigen, mit einem weiteren Tupfer trocknen.
  • Uringewinnung wie bei der Frau beschrieben.

Katheterurin

Eine Katheterisierung sollte wegen des Risikos der Keimeinschleppung nicht routinemäßig erfolgen. Wie bei Mittelstrahlurin erfolgt die Abnahme morgens, bzw. 3 – 5 Stunden nach der letzten Miktion und nach gründlicher Reinigung der Urethralmündung und Umgebung. Nach Einführen des Katheters wird die erste Urinprobe analog der des Mittelstrahlurins verworfen und anschließend 10 – 20 mL in einem sterilen Gefäß aufgefangen und in eine Urinmonovette umgefüllt.

Bei liegendem Dauerkatheter den Urin nicht aus dem Auffangbeutel, sondern direkt aus dem proximalen Abschnitt des Katheters entnehmen. Hierfür den Katheter abklemmen und warten, bis sich der Katheterschlauch mit Urin gefüllt hat. Nach Desinfektion mit einer sterilen Spritze den Schlauch punktieren, 10 – 20 mL Urin abziehen und in eine Urinmonovette umfüllen. Im Fall eines Katheterwechsels ist die Probe durch den neuen Katheter zu entnehmen.

Da bei Patienten mit liegendem Dauerkatheter häufig hochresistente Keime vorkommen, ist bei Katheterwechsel oder bei der Probennahme ganz besonders auf die Einhaltung von hygienischen Bedingungen zu achten, um eine Weiterverbreitung zu verhindern und nosokomiale Infektionen zu vermeiden.

Blasenpunktionsurin

Voraussetzung ist eine gut gefüllte Blase. Unter sonographischer Lokalisation und Kontrolle kann die Punktion problemlos durchgeführt werden. Die Hautoberfläche sorgfältig desinfizieren, 10 – 20 mL Urin entnehmen und in eine Urinmonovette umfüllen. Bitte vermerken Sie dies unbedingt auf dem Überweisungsschein, da jede Keimzahl als diagnostisch signifikant anzusehen ist.

Durch suprapubische Aspiration von Blasenurin ist eine Kontamination der Probe nahezu ausge­schlossen. Dieser Eingriff sollte jedoch nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden.

Einmalplastikbeutel bei Säuglingen

Bei der Uringewinnung mit Einmalplastikklebebeuteln bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine sorgfältige Reinigung der Genito-Anal-Region erforderlich. Dieses Verfahren ist lediglich als orien­tierende Untersuchung anzuwenden. Die bakteriologischen Befunde sollten mit Zurückhaltung interpretiert werden.

Sammelurin

Sammelurin ist nur geeignet bei Verdacht auf Blasenbilharziose (Schistosoma haematobium). Bei dieser Fragestellung sind mehrfache Untersuchungen von Sammelurin empfehlenswert. Die Eiaus­scheidung ist um die Mittagszeit und nach körperlicher Arbeit am höchsten. Falls der Urin nicht innerhalb von 1 - 2 Stunden untersucht werden kann, 1 mL 37 %iges Formalin pro 100 mL Urin zugeben. Dies bitte auf dem Überweisungsschein vermerken.

Transportgefäße

Urin

Urinmonovette

Urinmonovette: Mit der Urinmonovette 10 mL Urin aus dem Probensammelgefäß aufziehen. Soll der Urin auf Tuberkulose untersucht werden, werden 30 - 50 mL Urin benötigt.

Die Urinmonovette muss gekühlt (Kühlschrank 4 – 8 °C) gelagert werden, um das Überwuchern der Infektionserreger durch Kontaminanten (z. B. Standortflora der Harnröhre) zu vermeiden. Die Kühlung verhindert ebenso die Vermehrung von potentiellen Infektionserregern, was zu einer falsch hohen Keimzahl führen würde.

 

 

 

 

Eintauchnährboden  (z. B. Uricult®).

Urin-Nährbodenträger (Uricult®): Der Urin-Nährbodenträger besteht aus zwei Nährmedien, die nach vollständigem Eintauchen in den Urin und Inkubation bei 37 °C über mindestens 12 Stunden eine Aussage über die Keimzahl erlauben. Urin-Nährbodenträger haben im Vergleich zur Verwendung von Nativurin einige Nachteile:

  • Antibakterielle Substanzen können nicht nachgewiesen werden.
  • Falsche Handhabung führt zu falschen Keimzahlen, wenn der Nährbodenträger z. B. nicht richtig eingetaucht oder nur in den Urinstrahl gehalten wird.
  • Durch wiederholte Benetzung (Restflüssigkeit) während des Transports werden hohe Keimzahlen vorgetäuscht.
  • Mischkulturen sind schwerer zu erkennen und erfordern aufwändige Isolierungstechniken.
  • Bei Mischkulturen besteht außerdem die Gefahr, dass wichtige Erreger (z. B. multiresistente Erreger) übersehen werden.

Stuhl

Stuhlröhrchen mit Löffel und Umverpackung

In der Regel sollten 2 – 3 Stuhlproben von unterschiedlichen Tagen eingesandt werden, da hierdurch die Nachweisrate darmpathogener Erreger deutlich zunimmt. Die Proben nicht sammeln! Der Stuhl sollte nicht mit Urin, Wasser in der Toilette oder mit Rückständen von Reinigungsmitteln in Berührung kommen, da diese das Ergebnis negativ beeinflussen können.

Mit dem Löffelchen aus dem Probengefäß eine ca. walnussgroße Probe an verschiedenen Stellen entnehmen und in das Probengefäß geben. Bei flüssigem Stuhl 3 – 5 mL einsenden. Gibt es auffällige Stuhlbestandteile (Schleimflocken, blutige Stuhlbe

standteile etc), ist die Entnahme an diesen Stellen bevorzugt durchzuführen, da hier die Konzentration der Erreger am größten ist.

Bei Verdacht auf Parasitenbefall des Darms sollten mindestens 3 Stuhlproben untersucht werden, wobei der Abstand zwischen den Proben 1 – 3 Tage betragen sollte. Damit wird der schwankenden Parasitenausscheidung Rechnung getragen und die Nachweisquote erhöht. Der Stuhl sollte aus den weicheren Anteilen entnommen werden und das Stuhlröhrchen etwa zur Hälfte gefüllt sein.

Den Stuhl bis zur Abholung gekühlt (Kühlschrank bei 4 – 8 °C) lagern, um ein Überwuchern der enteropathogenen Erreger durch die physiologische Stuhlflora zu vermeiden.

 

Objektträger mit Transporthülle

Bei Verdacht auf Enterobius vermicularis (Oxyuren) ist eine Stuhlprobe ungeeignet. Da das Weibchen des Madenwurms in der Nacht zur Eiablage zum Anus wandert, können die Eier im Tesafilm-Abklatschpräparat von der Analhaut lichtmikroskopisch nachgewiesen werden. Hierfür wird morgens, direkt nach dem Aufstehen und vor dem Waschen der Perianalregion ein durchsichtiger Klebestreifen (ca. 5 cm lang) mehrfach mit der Klebeseite auf die Analhaut gedrückt. Den Streifen anschließend möglichst straff, faltenfrei und ohne Luftblasen auf einen Glasobjektträger kleben. Den Objektträger in die bruchsichere Umverpackung stecken und in das Labor einsenden.

 

 

Sputum

Sputumröhrchen

Am geeignetsten ist das erste Morgensputum. Ggf. Prothesen entfernen und den Mund gründlich mit Leitungswasser spülen (kein Mundwasser). Mehrfach tief ein- und ausatmen. Nach jedem Atemzug die Luft 3 – 5 Sekunden anhalten. Die Sputumproduktion wird hierdurch gefördert. Erneut tief Luft holen und dann das Sputum (> 2 mL) in das Sputumröhrchen abhusten. Bei erfolgloser Expektoration kann durch Inhalation von 15 % NaCl oder mit Mucolytika nachgeholfen werden. Der Patient sollte darüber aufgeklärt werden, dass Sputum kein Speichel ist. Richtig gewonnenes Sputum zeigt sich in der Regel mikroskopisch (< 10 Epithelzellen und > 25 Leukozyten/Gesichtsfeld [100fach]).

Das Sputum bis zur Abholung gekühlt (Kühlschrank bei 4 – 8 °C) lagern.

Die Diagnose Mucoviszidose sollte auf dem Überweisungsschein vermerkt werden.

Bronchialsekret

Sputumröhrchen

Über den Arbeitskanal eines Bronchoskops Flüssigkeit aus einem größeren Bronchus aspirieren und in ein steriles Röhrchen mit Schraubverschluss geben. Unter Sicht aus dem Infektionsherd gewonnenes eitriges Material hat eine hohe diagnostische Spezifität und Sensitivität. Gegenüber Sputum und Trachealsekret ist die Kontaminationsgefahr vermindert. Achtung: Anästhetische Gele können antimikrobiell wirken. Benötigte Materialmenge: > 1 mL. Das Material anschließend im Kühlschrank bei 4 – 8 °C lagern.

 

 

 

 

Trachealsekret

Sputumröhrchen

Nach einem Wechsel der Trachealkanüle bzw. des Tubus einen sterilen Katheter einführen und das Sekret so weit wie möglich aus den tiefen Abschnitten des Bronchialbaums aspirieren. Sekret in ein steriles Röhrchen mit Schraubverschluss geben und im Kühlschrank bei 4 – 8 °C lagern.

Benötigte Materialmenge: > 1 mL.

Leukozyten im Grampräparat müssen nicht unbedingt auf eine Infektion hinweisen, da der mechanische Tubusreiz eine Entzündung hervorrufen kann. Trachealsekret ist häufig mit Mundflora kontaminiert.

 

 

Abstriche

Rachen-/Tonsillenabstrich

Abstrich dick mit Transportmedium für kulturelle Untersuchungen

Mund mit Leitungswasser ausspülen. Zunge mit einem Spatel herunterdrücken und mit dem Tupfer die entzündeten bzw. sekretbedeckten Stellen der Tonsillen, des Gaumenbogens oder der hinteren Rachenwand durch kräftiges Abdrücken abstreichen. Wenn möglich die Wangenschleimhaut und die Zunge nicht berühren. Den Tupfer in das Transportmedium einführen und bei Raumtemperatur bis zur Abholung lagern.

Bei Verdacht auf Diphtherie das Sekret unter der abgehobenen Pseudomembran entnehmen oder ggf. vom Kehlkopf. Diese Verdachtsdiagnose bitte auf dem Überweisungsschein vermerken.

Die Verdachtsdiagnose Plaut-Vincent bitte auch auf dem Überweisungsschein vermerken.

 

Nasenabstrich

Abstrich dünn mit Transportmedium für kulturelle Untersuchungen

Tupfer mit steriler Kochsalzlösung benetzen. Unter Sicht von den entzündeten Stellen abnehmen und den Tupfer in das Transportmedium einführen und bei Raumtemperatur bis zur Abholung lagern.

 

 

 

 

 

Ohrabstrich, Nasennebenhöhlenabstrich

Unter Sicht von den Läsionen oder vom Exsudat entnehmen und den Tupfer in das Transportmedium einführen und bei

Abstrich dünn mit Transportmedium für kulturelle Untersuchungen

Raumtemperatur bis zur Abholung lagern. Spülflüssigkeit nativ in einem sterilen Röhrchen einsenden.

Genitalabstrich

Je nach Lokalisation der Genitalinfektion wird beim Mann in erster Linie Urethralsekret, ggf. auch Prostatasekret oder Ejakulat untersucht, bei der Frau in erster Linie Urethral-, Vaginal- oder Cervixsekret. Je nach Körperöffnung Abstriche mit dünnem oder dickem Tupfer wählen. Die Sekrete müssen gezielt aus dem Infektionsbereich, also möglichst ohne Kontamination mit der physiologischen Flora der Genitalschleimhäute gewonnen werden.

Urethralabstrich

Am besten morgens vor der ersten Miktion oder frühestens 3 Stunden nach der letzten Miktion abnehmen. Nach Reinigung der Harnröhrenmündung den Tupfer vorsichtig ca. 2 cm in die Urethra vorschieben und langsam drehen. Tupfer in das Transportmedium einführen und bei Raumtemperatur bis zur Abholung lagern.

Prostatasekret

Nach Reinigung der Harnröhrenmündung wird die Prostata vom Rektum aus massiert und das ausfließende Exprimat in einem sterilen Gefäß oder mit einem Abstrichtupfer aufgefangen und bei Raumtemperatur bis zur Abholung gelagert.

Abstrich dick mit Transportmedium für kulturelle Untersuchungen

Cervixabstrich

Oberflächlichen Schleim am Muttermund nach Spekulumeinstellung mit einem sterilen Tupfer entfernen. Tupfer ca. 1 – 2 cm in den Cervixkanal einführen und rotierend Material gewinnen. Den Tupfer ohne die Vaginalschleimhaut zu berühren entfernen und in das Transportmedium einführen und bei Raumtemperatur bis zur Abholung lagern.

Bei Endometritis-Verdacht sollte ein durch Doppellumen geschützter Abstrich erfolgen, um eine Kontamination mit der Cervical- oder Vaginalflora zu vermeiden.

 

 

Verdacht auf Ureaplasmen/Mykoplasmen

Transportmedium für Myko-/Ureaplasmen

Bei Verdacht auf Ureaplasmen/Mykoplasmen verwenden Sie bitte das Mykoplasmentransportmedium.

Abstrichtupfer werden nach Entnahme in dieser Bouillon gut ausgedrückt und anschließend verworfen. Bei flüssigen Materialien (z. B. Urin) wird das Transportmedium mit 300 µL gut gemischter Probenflüssigkeit beimpft. Das beimpfte Medium im Kühlschrank bei 4 – 8 ° C bis zur Abholung lagern.

 

 

 

 

Wundabstriche

Bei Wundinfektionen sollte auf dem Überweisungsschein folgendes vermerkt sein:

  • Art der Materialentnahme (z. B. intraoperativ)
  • Art der Wunde (z. B. Bisswunde, Verbrennungswunde, chirurgische Wundinfektion, diabetische Wundinfektion etc)

Jede Wunde wird in kürzester Zeit nach ihrer Entstehung mit Mikroorganismen oberflächlich kontaminiert oder kolonisiert. Die für die Infektion relevanten Mikroorganismen befinden sich unter Krusten, an Wundrändern und am Wundgrund. Somit ergeben Abstriche von oberflächlichen Bereichen offener Wunden und Ulzera kaum aussagekräftige Befunde.

Vor der Probenahme die oberflächlichen Sekrete und fibrinöse oder nekrotischen Beläge mit steriler physiologischer Kochsalzlösung entfernen. Vom Wundgrund und aus den Wundrandbezirken ohne Berührung von nicht-lädierten Bereichen des Wundrandes, unter leichtem Druck, mit dem Tupfer Material entnehmen. Den Tupfer in das Transportmedium einführen und bei Raumtemperatur bis zur Abholung lagern.

Punktate

Beispiele: Gelenkpunktat, Pleurapunktat, Aszites.

Es ist auf ausreichende Hautdesinfektion zu achten. Die Hautoberfläche an der Punktionsstelle mit 70 %igem Alkohol desinfizieren, die Einwirkzeit (1 Minute, bei Gelenkpunktion mindestens 3) unbedingt einhalten und anschließend eine zweite Desinfektion durchführen. Alkoholisches Desinfektionsmittel vor der Punktion verdunsten lassen. Unter aseptischen Bedingungen mit einer sterilen Spritze möglichst viel Material (ca. 5 mL) aspirieren und in ein steriles Röhrchen mit Schraubverschluss geben. Die Probe kann auch in eine BacT/ALERT PF-Flasche überimpft werden, z. B. wenn wenig Probenmaterial gewonnen werden kann. Genaues Prozedere siehe Blutkulturen. Die Lagerung bis zur Abholung erfolgt bei Raumtemperatur.

Bact/ALERT PF-Flasche

Steriles Röhrchen

 

 

Blutkulturen

Es sollten immer zwei Flaschen (aerob und anaerob) beimpft werden. Die unbeimpften Flaschen sind bei Raumtemperatur und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung zu lagern. Vor Gebrauch sind die Flaschen auf Anzeichen von Beschädigung, mögliche Kontamination (z. B. Trübung) oder Verfall zu kontrollieren und ggf. zu verwerfen. Für Säuglinge sind spezielle Kulturflaschen (BacT/ALERT PF) zu verwenden.

  • Beschriften Sie die Kulturflaschen mit den Patientendaten, Datum und Uhrzeit der Blutentnahme. Flaschenbarcode und Flaschenboden nicht überkleben.
  • Entfernen Sie den Kunststoff-Flip-off-Deckel der Flasche
  • Desinfizieren Sie vor dem Inokulieren den oberen Rand der Kulturflaschen mit einem in Alkohol getränkten Tupfer und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Vorsicht: Die BacT/ALERT-Kulturflaschen enthalten Polycarbonat. Nicht alle Desinfektionsmittel sind für Polycarbonat-Oberflächen geeignet. Ungeeignete Produkte können das Flaschenmaterial angreifen. Vergewis­sern Sie sich, dass das Desinfektionsmittel für Polycarbonat geeignet ist, bevor Sie es zur Desinfektion der BacT/ALERT-Kulturflaschen verwenden.
  • Zum Ausschluss falsch positiver Kulturergebnisse durch die Hautflora muss die Venenpunktions­stelle sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. Dazu mit einem in 70 % Isopropyl- oder Ethylalkohol getränkten Tupfer die Punktionsstelle mechanisch reinigen. Danach erfolgt die eigentliche Desinfektion, wieder mit 70 % Isopropylalkohol (Einwirkzeit 2 x 1 Minute, bis zur vollständigen Trocknung). Die Punktionsstelle nur vor der Hautdesinfektion palpieren.
  • Blutentnahme erfolgt mit einer sterilen Spritze mittels großlumiger Kanüle. Nach einer Fehlpunktion muss die Kanüle gewechselt und eine erneute Hautdesinfektion durchgeführt werden. Die Blutmenge sollte 20 mL betragen und ist je zur Hälfte auf die beiden Blutkulturflaschen (BacT/ALERT FA bzw. FN-Flaschen: 10 mL pro Flasche. BacT/ALERT PF-Flaschen: 4 mL) zu verteilen. Die anaerobe Flasche muss zuerst beimpft werden, damit keine Luft aus der Spritze in die anaerobe Flasche gelangt. Im Anschluss an die Beimpfung die Flaschen kurz schwenken.
  • Verdachtsdiagnosen, z. B. bei Verdacht auf Endokarditis, angeben.
  • Die beimpften Flaschen bei Raumtemperatur bis zur Abholung lagern.

BacT/ALERT PF-Flasche der Firma BioMérieux für KinderFA-Flaschen für Erwachsene

 

Logo Limbachgruppe